Planetenlehrpfad 1 : 2 Mrd.

Die Universität Flensburg veranstaltete im Sommer 2010 bereits zum dritten Mal den sogenannten Kinder-Uni-Tag, bei dem Kinder und ihre Eltern, Omas und Opas sowie Freunde und Bekannte dazu eingeladen waren, an insgesamt 39 Mitmachaktionen teilzunehmen.
Auch das Menke-Planetarium der Fachhochschule Flensburg war mit einem Stand 2010 und bereits 2009 vertreten. Es wurden u. a. 3-D-Bilder aus Astronomie und Raumfahrt gezeigt. An einem Modell wurde Interessierten die Entstehung der Jahreszeiten, der Umlauf des Mondes um die Erde und darüberhinaus die Entstehung von Sonnen- und Mondfinsternissen erklärt.
Das Highlight war jedoch ein eigens für diese Veranstaltung entworfener Planetenlehrpfad im Maßstab 1 : 2 Mrd., der auf dem großzügigen Universitätsgelände errichtet wurde. Die Kinder und ihre Begleiter konnten durch das Sonnensystem "wandern" und auf diese Weise sehr anschaulich die Größenverhältnisse und die Abstände der Sonne und ihrer Planeten zueinander erfahren. An den Stationen wurde der jeweilige Himmelskörper durch ein maßstabsgerechtes Modell dargestellt; desweiteren konnten auf DIN A 4-Tafeln nähere Informationen entnommen werden (Größe, Abstand zur Sonne, Monde, Besonderheiten, Foto(s)).
Zusätzlich konnte jeder Besucher an einem Wettbewerb teilnehmen, bei dem einige Fragen zu unserem Sonnensystem beantwortet werden mussten. Wer aufmerksam die Informationstafeln an den Planetenstationen durchgelesen hatte, konnte alle Fragen beantworten. Unter den abgegebenen Lösungsbögen wurden am Ende der Veranstaltung insgesamt 20 gezogen und die Gewinner durften sich über einen Eintrittsgutschein für zwei Personen im Menke-Planetarium in Glücksburg freuen.
Die Planung und Errichtung des Planetenlehrpfades beim Kinder-Uni-Tag war eine Gemeinschaftsarbeit. Daran beteiligt waren u. a. Peter Runge (Referent am Menke-Planetarium) und Christian Randig.

Stand Menke-Planetarium 2009

Der Stand des Menke-Planetariums beim Kinder-Uni-Tag 2009. Dies war gleichzeitig der Startpunkt des Planetenlehrpfades (Sonne). Die Sonne wurde hier noch mittels eines blauen Gymnastikballs dargestellt, 2010 konnte passenderweise ein gelber Ball aufgestellt werden.

Venus-Tafel:

Die Station VENUS. Im gelb gestrichenen Bereich befindet sich das Venus-Modell in Form einer 6 mm großen Holzperle. Darunter wurde eine Informationstafel angebracht. Die DIN A 4-Tafel wurde zusätzlich in eine Kunststoffhülle eingeschweißt, um sie vor evtl. Regen zu schützen.

Für den Planetenlehrpfad des Kinder-Uni-Tags wurde ein Maßstab von 1 : 2 Mrd. gewählt. Für die meisten etablierten Planetenlehrpfade diente ein Maßstab von 1 : 1 Mrd. als Berechnungs- und Konstruktionsgrundlage (siehe Links unter Planetenlehrpfad in Glücksburg (a. d. Ostsee)). Die Abstände vor allem zu Uranus und Neptun werden dann aber bereits sehr groß, und schienen für den Rahmen der Veranstaltung nicht mehr geeignet. Das Universitätsgelände hätte überdies selbst für die Darstellung des Saturn nicht mehr ausgereicht. Aus diesem Grund wurde auch auf die Darstellung von Uranus und Neptun verzichtet. Als Argument hierfür dient auch die Tatsache, dass sich die beiden äußeren Planeten nicht mehr mit bloßem Auge von der Erde aus beobachten lassen (bzw. Uranus nur sehr sehr schwierig).
Die Abstände der Planeten zur Sonne und die Größen der Himmelskörper können folgender Tabelle entnommen werden:

M: 1:2 Mrd. Entfernung zur „Sonne“ [m] Durchmesser [mm] Darstellung
Sonne 0 700 Gelber Gymnastikball
Merkur 29 2,5 Stecknadelkopf (braun)
Venus 54 6 Perle (gelblich)
Erde 75 6,5 Perle (bläulich)
Mars 114 3,5 Perle (rötlich)
Jupiter 389 72 Tennisball, Unihockeyball, Bällebad-Ball
Saturn 715 60,5 Bällebad-Ball (gelblich)
Uranus 1440 25,5 Deorollerkugel
Neptun 2255 24,5 Deorollerkugel

Der Planetenlehrpfad sollte schnell aufzubauen, wiederverwendbar und möglichst günstig sein. Für die Stationen wurden daher (angespitzte) Holzpfosten bzw. Holzlatten genutzt. Der obere Bereich wurde mit einer gelben Signalfarbe angestrichen und in diesem Bereich wurden die Modelle angebracht (mit einer Schraube bzw. einem Nagel). Darunter wurden die eingeschweißten Informationstafeln befestigt. Man kann diese entweder ankleben oder einen Handtacker verwenden. Die fertigen Pfosten müssen dann nur noch an der entsprechenden Stelle mit einem Hammer eingeschlagen werden. Man sollte hierbei darauf achten, dass sich die Informationstafeln anschließend in einer kindgerechten Höhe befinden (Erwachsene können sich bücken). Sollte der Boden hart oder steinig sein, können auch vor Ort vorhandene Bäume oder Zaunpfosten als Befestigungshilfe dienen. Für die Befestigung bieten sich in diesem Fall Kabelbinder an.

Bei der Aufstellung des Lehrpfades sollte darauf geachtet werden, dass sich die Stationen möglichst entlang eines gut begehbaren Weges befinden. Besonders sinnvoll ist es, wenn man von allen Planeten aus, zurückblickend, stets die Sonne erkennen kann. Das ist natürlich hinsichtlich einer Entfernung von über 700 m nicht einfach zu bewerkstelligen, es ist jedoch beeindruckender wenn man den Abstand wirklich vor Augen hat. Ein möglichst freies Gelände ohne größere Hügel ist somit die erste Wahl.

Um die angegebenen Abstände zum Sonnenmodell einzuhalten, wurde bis zur "Erde" ein langes Stahlmaßband verwendet. Für Mars Jupiter und Saturn wurde Google Earth genutzt. Das gewählte Gelände wurde in einem geeigneten Maßstab herangezoomt und mithilfe des Tools "Lineal" (und hier "Linie") wurde der Abstand des jeweiligen Planeten (Mars, Jupiter, Saturn) zur Sonne abgemessen. Sofern das Gelände nicht zu eintönig ist, befindet sich in der Nähe des markierten Punktes meist eine markante Stelle (Kurve des Weges, Hofeinfahrt, etc.) anhand derer man den Aufstellungsort vor Ort wieder findet (Der Ausdruck eines Screenshots von Google Earth mit der vorher gezogenen Linie erleichtert das Suchen vor Ort).
Meiner Meinung nach muss dabei der Abstand nicht auf den Meter genau sein. Gesteht man sich selbst einen Fehler von nur 1% zu, so darf man bei Saturn bereits +/- sieben Meter schummeln.

Streng genommen stimmen die angegebenen Werte ohnehin nur bedingt und stellen Mittelwerte dar, denn die Planetenbahnen beschreiben Ellipsen und keine Kreise. Der Abstand zur Sonne schwankt teilweise beträchtlich. So befindet sich die Erde im Winter (Nordhalbkugel) etwa 5 Mio. Kilometer dichter an der Sonne als im Sommer.

Der hier vorgestellte Planetenlehrpfad ist nur ein Vorschlag, wie man das Thema umsetzen kann. Wer kreativ sein möchte und dazu noch reichlich Zeit hat, dem fallen sicherlich noch interessante Ergänzungen ein. Das Thema Planetenlehrpfad eignet sich hervorragend für anschaulichen Unterricht. Toll ist natürlich, wenn Schüler die Projektierung eines Planetenlehrpfades selbst durchführen.

Die Umsetzung eines Planetenlehrpfades "für die Hosentasche" ist geplant. Dieser wird unter Planetenlehrpfad im Maßstab 1 : 10 Mrd. beschrieben.

Falls Sie Fragen oder Anregungen haben, dürfen Sie mich gerne kontaktieren.

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PDF-Downloads zu den verschiedenen Planeten

M.f.G.v. Peter Runge
M.f.G.v. Peter Runge
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