Frühlingsakademie 2011:

Auch 2011 wurde an der Grund- und Gemeinschaftsschule Schafflund im Rahmen einer Frühlingsakademie ein Kursprogramm angeboten, das sich an alle Kinder im Grundschulalter richtete, die Lust hatten, auf einem anspruchsvollen Niveau, etwas Neues zu entdecken.

2010 konnten die Kinder das Sonnensystem näher kennen lernen (s. Frühlingsakademie 2010), dieses Jahr wollte ich einen Kurs anbieten, bei dem die Teilnehmer/innen mithilfe von einfachen Experimenten physikalische Phänomene selbst entdecken und verstehen konnten.

Für den Kurs standen vier Termine mit je zwei Zeitstunden zur Verfügung.

An allen Terminen haben die Kinder gemeinsam oder in kleinen Gruppen an unterschiedlichen Stationen eigenständig experimentiert. Auch wenn wir uns dabei überwiegend im Physikraum aufgehalten haben, waren dennoch alle Versuche so gewählt, dass sie sich mit Haushaltsgegenständen oder aber Materialien aus dem Baumarkt bzw. Bastelbedarf auf- bzw. nachbauen ließen. Es wurde bewusst darauf verzichtet, „Apparaturen“ aus der Physik zu verwenden. Dies hat einige Vorteile:

  • Die Versuche sind „zugänglicher“ – der Aufbau erscheint weniger mysteriös und die Elemente der Versuchsanordnungen erscheinen vertraut.
  • Fast alles kann mit mehr oder weniger Aufwand zuhause noch mal ausprobiert werden. Falls die Kinder dieses Bedürfnis verspüren sollten, so sollte dies erlaubt, oder besser noch, unterstützt werden. Vielleicht haben die Eltern ja selbst Spaß an den Versuchen (und lernen noch etwas hinzu!?).
  • Es zeigt, dass sich physikalische Phänomene eigentlich überall finden lassen, dass sie (häufig) unabhängig von komplizierten Aufbauten anzutreffen sind und dass man sich auch außerhalb der Schule praktisch mit Physik beschäftigen kann und dies auch noch Spaß macht.


Die Kinder sollten eigenständig experimentieren und sie haben in kleinen Gruppen aber auch in großer Runde über die Entdeckungen gesprochen und diskutiert. Sie tauschten dabei untereinander ihre Erfahrungen und Beobachtungen aus und überprüften evtl. das ein oder andere nochmals, um am Ende einen gemeinsamen Lösungsansatz zu finden. Ich habe diesen Prozess lediglich moderiert, d. h., den Kindern wurden keinerlei Erklärungen gegeben und ich verzichtete bewusst auf Fachausdrücke; die deutsche Sprache bietet alles, was für eine altersgemäße Beschreibung der Phänomene genügt. Fachausdrücke helfen (in dieser Phase) nicht beim Verstehen, sie verwirren nur.
Dieser pädagogische Ansatz wird als „Genetisch“ bezeichnet. Die Kinder sollten selbst entdecken, diskutieren und einen Lösungsansatz entwickeln. Dieses wunderbare Erlebnis mochte ich den Kindern nicht nehmen, indem ich ihnen eine Lösung „serviere“.
Die Eltern wurden ausdrücklich gebeten, sich mit etwaigen Erklärungen zurückzuhalten. Sie sollten lieber gemeinsam über die Phänomene staunen und mit Ihren Kindern darüber sprechen und sich nicht dazu hinreißen lassen, das jeweilige Phänomen zu erklären. Dem Kind sollte das Aha-Erlebnis nicht genommen werden, wenn sich die Gedanken ordnen und alles ein klares Bild ergibt. Ich weiß, wie schwer das ist! Auch ich bin Vater!

Im Verlauf des Kurses wurden u. a. die folgenden Versuche von den Teilnehmern/innen durchgeführt:

Starke Luft
Trichter und Tischtennisball
Flasche und Tischtennisball
Saugheber
Saugnäpfe
Plastikflaschen kalt und warm
10-Meter-Schlauch (ein Klassiker!)
Geknickter Strohhalm
Laserlicht im Wasser
Linsenbilder / Vasenbilder
Umkehrpfeil / Zylinderlinse
Prismenfarben
Spielstrahlen
Raketenauto (Bauwettbewerb mit Rennen und Siegerehrung)
Rollwagen und Medizinball
Rosinen auf Tauchfahrt
U-Bootfahrt in der Flasche (Cartesianischer Taucher)
Brausetablettenrakete
Auftriebskörper
Atemvolumen
Dosentelefon
„Die Letzte fliegt“
Der fliegende Styroporball
Das Loch in der Hand
Blinder Fleck
Die verlöschende Kerzenflamme

An einem Termin haben die Kinder eigene Experimente präsentiert.

Die Materialen stehen bereit. Gleich geht’s los!

Versuch „10-Meter-Schlauch“: Hausmeister Hans-Friedrich Gall trifft die nötigen Vorbereitungsmaßnahmen für den Versuch auf dem Dach der GGS Schafflund. Nochmals Danke Hans-Friedrich für die Hilfe!

Selbstgebaute Raketenautos: Bei einem Wettbewerb wurde ermittelt, welches Auto am weitesten fuhr. Selbstverständlich gab es eine Siegerehrung (und einen Preis).